Bratwurst, Bier, Wanne-Eickel

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Gesperrter Wellenbrecher im Stadion im Sportpark Wanne-Süd
Gesperrter Wellenbrecher im Stadion im Sportpark Wanne-Süd

Spiele in unterklassigen Ligen haben immer einen gewissen Reiz. Zumeist ist die Bratwurst vom liebevollen Bratwurst-Mensch in der Bratwurst-Bude besser, als von der Catering-Gesellschaft in irgendwelchen Bundesligastadien. In Hoffenheim wurde mir nach einer Bratwurst, sofern die Speise diesen Namen überhaupt verdient hat, so schlecht, dass ich die ganze Rückfahrt mit Magenschmerzen im Bus saß. In Wanne-Eickel hingegen war sie ziemlich gut, wenngleich ich zugeben muss, dass ich auf eine Krakauer ausgewichen bin. Eigentlich ein Kardinalfehler – bereut habe ich es aber nicht. Die Wanne-Wurst in der „Mondpalast-Arena“ war wahrlich wundervoll.

Die Wanne-Wurst war wahrlich wundervoll.
Die Wanne-Wurst war wahrlich wundervoll.

Grund meines Besuches im Stadion im Sportpark Wanne-Süd („Mondpalast-Arena“) war jedoch nicht das Bratwurstbüden, auch, wenn das immer eine Überlegung wert ist. Viel mehr war es das Spitzenspiel der Westfalenliga II (6. Liga in NRW, Verbandsliga) zwischen dem dort ansässigem DSC Wanne-Eickel und der Spvgg. Erkenschwick. Oer-Erkenschwick kennt so gut wie niemand. Die Stadt eignet sich somit hervorragend für eine Runde Stadt, Land, Fluss – merkt euch meine Worte.

Topspiele haben ja den Ruf, meistens nicht das zu halten, was sie versprechen: Vollgas-Fußball, Tore, Unterhaltung. In meiner persönlichen Wahrnehmung enden diese Spiele irgendwie immer 0:0 oder 1:1. Gegenseitiges abtasten ist die Regel, bloß nicht durch ein fehlgeschlagenes Dribbling den Gegentreffer einleiten. In Herne wurde ich jedoch nicht enttäuscht. Das Spiel war ziemlich flott, was die ersten 35. Minuten ausschließlich auf die Hausherren des DSC Wanne-Eickel zurückzuführen ist. Die Mannschaft von Trainer Holger Flossbach trat das Gaspedal voll durch. So feste, dass das Pedal schier klemmte – der Deutsche Sport-Club rannte 35 Minuten lang an. Wie so häufig im Fußball erzielten jedoch die Gäste das erste Tor des Spiels. Wer die Dinger vorne nicht macht.. ihr kennt den Spruch. Bis zur Halbzeit schaffte es der DSC dann abermals zwei gute Torchancen ungenutzt zu lassen.

Stadion im Sportpark Wanne-Süd

Fotos vom Stadion im Sportpark Wanne-Süd (Mondpalast Arena).

Tribüne im Stadion im Sportpark Wanne-Süd (Mondpalast-Arena)
Tribüne im Stadion im Sportpark Wanne-Süd (Mondpalast-Arena)
Tribüne im Stadion im Sportpark Wanne-Süd (Mondpalast-Arena)
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Die Halbzeit war ein guter Zeitpunkt, um sich die „Mondpalast-Arena“ etwas genauer anzuschauen. Das Stadion verfügt, wie ihr auf der Fotostrecke sehen könnt, über eine Leichtathletikanlage. Das Fassungsvermögen der Spielstätte ist auf 13.500 Zuschauer begrenz. Die überdachte Sitzplatztribüne wurde erst Anfang der 90er Jahre ins Stadion integriert. Da die zweite Mannschaft des FC Schalke 04 kein regionalligataugliches Stadion in Gelsenkirchen gefunden hat, trug sie ihre Heimspiele in der Regionalliga West seit der Saison 2008/09 in der Mondpalast-Arena aus. Hierfür wurden nötige Umbaumaßnahmen realisiert, beispielsweise musste ein Gästeblock mit eigenem und extra abgetrenntem Eingang gebaut werden. Mittlerweile dümpelt die zweite Mannschaft von Schalke in der Oberliga Westfalen herum (5. Spielklasse). Den direkten Wiederaufstieg werden die Knappen voraussichtlich verpassen.

Die Tabelle der Westfalenliga II nach dem Spitzenspiel in der Mondpalast-Arena (Screenshot: fussball.de)
Die Tabelle der Westfalenliga II nach dem Spitzenspiel in der Mondpalast-Arena (Screenshot: fussball.de)

Apropos verpassen: Verpasst hat der DSC Wanne-Eickel an diesem Spieltag den Sieg im Spitzenspiel. Die Mannschaft von Holger Flossbach spielte offensiv durchaus ansehnlichen Fußball, scheiterte aber vor dem Tor nicht nur an Gästetorhüter Philipp Kunz, sondern häufig an sich selbst. Nach einem zeitweiligen 2:0-Rückstand rafften sich die Herner nochmals auf, ein Elfmeter kurz vor Schluss sorgte aber für den 3:1-Endstand aus Sicht der Gäste aus Erkenschwick.

Der Elfmeter zum 3:1 im Video:

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