Der Unterschied zwischen Groundhopping und Groundspotting

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Gelbe Sitzschalen im Stadion, Foto: pixabay
Gelbe Sitzschalen im Stadion, Foto: pixabay

Menschen, die sich mit den Themen „Fußball und Fans“ oder „Fankultur“ auseinandersetzen, kommen früher oder später an dem Begriff „Groundhopping“ nicht vorbei. Aber: Was ist Groundhopping überhaupt – und wo liegt der Unterschied zum Groundspotting?

Marl in Westfalen, München, Madrid, Moskau – alle diese Städte haben eine Gemeinsamkeit, die über den Anfangsbuchstaben hinausgeht: Sie beherbergen Fußballstadien, in denen regelmäßig Fußballspiele stattfinden und bieten somit die Quintessenz für Groundhopper.

Der Begriff Groundhopping hat seinen Ursprung, ähnlich wie der Fußball, in Großbritannien und leitet sich von dem englischsprachigen Substantiv ground sowie dem Verb (to) hop ab. Ground bezeichnet im englischen die Spielfläche eines Stadions oder einer Sporthalle, also das eigentliche Spielfeld. Hop bedeutet springen. Zusammengesetzt ist Groundhopping also das Hüpfen von Spielstätte zu Spielstätte.

Das Ziel beim Groundhopping ist es, möglichst viele Spiele in verschiedenen Stadien (grounds) auf der ganzen Welt zu sehen. Wichtig hierbei ist, dass es sich nicht nur um das Stadion dreht, sondern auch um das Fußballspiel, welches für die Aktivität des Groundhoppings existenziell ist. Ein Ground zählt nur dann als „abgeschlossen“, wenn mindestens eine komplette Halbzeit eines Pflichtspiels angesehen wurde.

Beim Groundhopping sammelt der Hopper sozusagen Stadien. Um dies nachzuhalten – und messbar zu machen – gibt es ein Punktesystem. Dieses ist nirgendwo offiziell nachgehalten, sondern beruht auf der Ehrlichkeit zwischen Groundhoppern. Pro besuchtem Stadion gibt es einen Punkt, also einen „Groundpunkt“. Wie oben erwähnt ist hierbei wichtig, dass ein Pflichtspiel mindestens eine komplette Halbzeit besucht wurde. Wird ein Spiel in einem Land besucht, in dem der Hopper zuvor noch kein Spiel besucht hat, erarbeitet er sich darüber hinaus einen Länderpunkt. Wichtig ist, dass jedes Land und jeder Ground nur einmal gezählt werden. Mehrere Besuche des selben Stadions wirken sich also nicht auf den eigentlichen Punktestand aus.

Beispiel für das Punktesystem

Wir sind auf Städtetour in der Hauptstadt des Vereinten Köngreichs: London. Am Abend findet im Wembley Stadium, dem zweitgrößten Stadion Europas, das Premier League Spiel zwischen Tottenham und Everton statt. Da wir zuvor noch nie in Großbritannien Fußball im Stadion geschaut haben, erhalten wir neben dem Groundpunkt für das Wembley Stadion auch den Länderpunkt für England.

Und was ist Groundspotting?

Die Pflicht, dass ein Spiel stattfinden und gar mindestens eine Halbzeit besucht werden muss, ist der einzige Unterschied zwischen Groundhopping und Groundspotting. Beim Groundspotting interessieren sich die Groundhopper, oder in diesem Falle dann Groundspotter, ebenfalls für die Spielstätten. Nur, dass die Pflicht eines stattfindenden Spiels entfällt. Beim Groundspotting steht ausschließlich der Ground an sich im Mittelpunkt. Eine gebuchte Stadionführung bei einem Fußballverein wäre somit schon Groundspotting.

In diesem Video war ich zum Groundspotting in Sheffield und zeige euch den ältesten Ground der Welt:

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